Durch den Westen Arizonas

Der Westen Arizonas beeindruckt vor allem mit seiner langjährigen Tradition der Goldgräber. Die historischen Gebäude und originalgetreuen Nachbildungen zählen zu den besonderen Touristenattraktionen. Die Route 66 und auch der Grand Canyon sind natürlich die waren Touristenmagnete. Als Ausgangspunkt für meine kleine Reise durch den Westen von Arizona habe ich mir die Stadt Lake Havasu City ausgesucht.

Die liegt an einem wunderschönen See und so sollte mein Urlaub zuerst mit ein wenig Entspannung beginnen. Die Anreise ist allerdings nur mit ein paar Umwegen möglich, da der Lake Havasu City Airport-Hii meist nicht direkt angeflogen wird. Die Flughäfen in der Nähe, welche häufig international angeflogen werden, sind Bullhead City oder Phoenix. Während von Phoenix nach Lake Havasu City die Busfahrt über zehn Stunden beträgt, kann die Stadt von Bullhead City aus bereits in zwei Stunden erreicht werden.

Der Westen Arizonas beeindruckt vor allem mit seiner langjährigen Tradition der Goldgräber. (#01)

Der Westen Arizonas beeindruckt vor allem mit seiner langjährigen Tradition der Goldgräber. (#01)

Eine kurze Übersicht der Route:

Von Phoenix bis zum Petrified Forest – Streckenlänge: 430km (260miles) – Dauer: 7-14 Tage

Start: Ziel: Strecke: Fahrzeit:
Lake Havasu City The Needles 50km (30miles) 3/4 Stunde
The Needles Oatman 50km (30miles) 3/4 Stunde
Oatman Kingman 50km (30miles) 3/4 Stunde
Kingman Tusayan 260km (160miles) 2 1/2 Stunden
Tusayan Grand Canyon 20km (10miles) 3 Stunden

 

Vom Flughafen brachte mich dann ein Linienbus in das Zentrum von Lake Havasu City. (#02)

Vom Flughafen brachte mich dann ein Linienbus in das Zentrum von Lake Havasu City. (#02)

Da ich den Urlaub doch mit etwas Entspannung verbinden wollte, nahm ich die längere Flugzeit gerne in Kauf. So war ich gute 28 Stunden unterwegs, über London Heathrow, nach Bosten und über Phoenix nach Bullhead City. In Bosten hatte ich einen etwas längeren Aufenthalt in einem feinen Hotel und kam so gut ausgerastet am späten Vormittag an. Vom Flughafen brachte mich dann ein Linienbus in das Zentrum von Lake Havasu City. Um über Nacht nicht obdachlos zu sein, führte mich mein Weg zum nächsten RV Rental Service. Ich meldete mich bei einem Mitarbeiter und musste einige Zeit warten. Anscheinend gab es bei meiner Buchung einen Fehler und das ausgewählte Modell stand nicht mehr zur Verfügung.

Der Besitzer wollte diesen Fehler aber sehr kulant beheben, in dem ich aus den noch verbliebenen Motorhomes auswählen durfte. Zusatzkosten für ein besseres Model sollten nicht anfallen. So entschied ich mich für ein Womo, welches sogar über ausfahrbare Seitenteile verfügte. Hierdurch ließ sich der Wohnraum um einiges angenehm vergrößern. Auch das edle Design und der Duft von neuem Auto gefielen mir sehr gut. Da zwar die Miete für das Luxusklasse Wohnmobil ausnahmsweise gleich wie mit dem günstigeren Modell blieb, staunte ich über die mögliche Zusatzversicherung nicht schlecht. Da ich mir einen etwas moderateren Betrag erwartet hätte, verzichtete ich auf das Rundumsorglos-Paket und nahm mir vor auf das Gefährt besonders gut aufzupassen.

Als der ganze Papierkram erledigt war, begab ich mich auf dem Fahrersitz und hörte meinen Bauch laut knurren. Das Knurren dürfte so laut gewesen sein, dass der Vermieter mir das Restaurant Golden Corral ganz in der Nähe empfahl. Ich fuhr seiner Wegbeschreibung nach und parkte mich gegenüber dem Restaurant Wienerschnitzel ein. Amüsiert über die Namensgebung, die Heimat schien nicht allzu weit weg zu sein, suchte ich mir einen schönen Tisch im Golden Corral. Es handelte sich um ein Buffet-Restaurant mit äußerst großer Salatbar. Da ich aber sicherlich nicht für Salat nach Amerika gereist bin, bediente ich mich hauptsächlich an den gegrillten Köstlichkeiten. Das Essen selbst war durchschnittlich gut, aber nichts besonders. Bei den günstigen Preisen aber auf jeden Fall in Ordnung und freundliches Service gab es oben drauf. Der Campingplatz war von hieraus ebenfalls nur noch einen Katzensprung entfernt.

Der Crazy Horse Campground befand sich auf der kleinen Insel mitten im Lake Havasu. Für einen kleinen Aufpreis, bekam ich einen Stellplatz direkt am „Strand“. Damit das Personal die Mieter von Besuchern unterscheiden kann, bekamen alle Motorhomes einen großen Aufkleber auf die Windschutzscheibe geklebt. Dieser störte etwas, allerdings wurde mir versprochen, dass dieser Rückstandslos vom Personal wieder entfernt wird. Da es bereits Nachmittag war, wollte ich lediglich noch etwas meine nähere Umgebung erkunden. Mein Spaziergang führte mich vorbei an der Havasu Cove bis hin zum Grand Island Park. Hier gab es viele Tische für Picknicks und angenehme Stunden in der Sonne. Ich kam an einem Mini Market vorbei und deckte mich für Abendessen und Frühstück mit Lebensmittel ein. Natürlich durfte auch Eis als Nachtisch nicht fehlen. Als ich den Kühlschrank in meinem Womo öffnete, staunte ich über den vorhandenen Platz. Da wurde doch wirklich ein zweitüriger amerikanischer Kühlschrank in ein Wohnmobil eingebaut. Den Abend verbrachte ich gemütlich in dem Liegestuhl vor meinem fahrenden Haus mit selbstgemachten Brötchen und einem kühlen Mudshark Beer.

Beim fahren durch den Westen Arizonas kann man wunderschöne Blüten entdecken. (#03)

Beim fahren durch den Westen Arizonas kann man wunderschöne Blüten entdecken. (#03)

Entspannung und Kultur

Nach dem Frühstück, wollte ich noch die eher kühlen Temperaturen des Vormittags zum Sightseeing ausnutzen. Als erstes besichtigte ich die London Bridge. Anders würde ich von der Insel auch nicht mehr weg kommen. Ich bin also bereits gestern über diese Brücke gefahren, ohne zu bemerken, dass es sich eigentlich um eine originale Steinbrücke aus den 1960er handelt. Der witzige Aspekt hierbei, diese Brücke stand im Jahre 1831 noch in London und führte über die Themse. Da die äußerst elegante Bogenbrücke aber dem Londoner Verkehr nicht standhalten konnte, wurden alle Steine durchnummeriert, nach Arizona geschippert und in Lake Havasu wieder rekonstruiert. Sehr beruhigend.

Das Lake Havasu City Visitor Center befand sich direkt am anderen Ende der Brücke. In diesem Tourismus Center erkundigte ich mich nach weiteren Attraktionen innerhalb der Stadt. Diese lotsten mich umgehend an die Bluewater Jetboat Tours weiter. Ich beschloss, mich in diesem Urlaub wie ein wahrer Tourist zu verhalten und buchte eine Fahrt, um mir später am Abend den „Sunset“ anzusehen. Mein Weg führte mich weiter entlang am Ufer des Sees durch den wunderschön grünen Rotary Community Park & Playgrounds. Da ich in diese Richtung nicht viel mehr Attraktionen ausmachen konnte, ging ich zurück zum Lake Havasu Museum of History. Das Museum war eher niedlich, erklärte aber gut die komplette Geschichte über die Entstehung und Entwicklung der Stadt. Als ich wieder aus dem Gebäude heraustrat, brannte die Sonne bereits in voller Stärke auf mich hinab. Deswegen entschied ich mich den restlichen Tag im kühlen Nass zu verbringen.

Wieder am Campingplatz angekommen, sprang ich in meine Badehose und ging in der Nähe der Dive Site 5 baden. Von hier musste man nur zirka 300 Meter vom Ufer wegschwimmen und schon befand man sich im Bundesstaat Kalifornien. So viel sportliche Aktivität wollte ich mir in meinem wohlverdienten Urlaub aber doch nicht zumuten. Einen kleinen Sack zur Mittagszeit gönnte ich mir auf der netten Terrasse der Turtle Beach Bar. Die Palmen sorgten für ein richtig angenehmes Urlaubsfeeling. Als sich die Sonne langsam dem Horizont zuwandte, machte ich mich auf den Weg zum Hafe, wo bereits ein Jetboat wartete. Die Kreuzfahrt über den See war äußerst gemütlich und informativ. Schließlich tauchte der Sonnenuntergang den See und alle umliegenden Ufer und Felsformationen in ein gold-rötliches Licht.

Der Anblick war unvergesslich und zu dem noch äußerst romantisch. Lediglich die informative Rede des Captains passte nicht so wirklich zu dem romantischen Landschaftsbild. Da ich zum Glück nicht Seekrank wurde, gab es ein ordentliches Tex-Mex Abendessen in der Chili’s Grill & Bar, welche sich in der Nähe des Anlegeplatzes befand. Schnell befanden sich Tortillas und Burritos auf meinem Tisch. Wirklich verdammt lecker und richtig zubereitet gar nicht so ungesund wie zunächst angenommen. Den Abend ließ ich gemütlich in der Bar bei ein paar eiskalten Cocktails und in netter Gesellschaft ausklingen.

Die Palmen sorgten für ein richtig angenehmes Urlaubsfeeling. (#04)

Die Palmen sorgten für ein richtig angenehmes Urlaubsfeeling. (#04)

Needles und Oatman

Nach einem kleinen Frühstück packte ich mein Wohnmobil zusammen und machte mich auf den Weg Richtung Needles. Vorbei an den Desert Hills in Richtung Wüstenlandschaft. Erst auf dieser Fahrt wurde mir der krasse Unterschied zwischen links und rechts bewusst. Während zu meiner Linken das Leben neben dem See und dem Colorado River nur so grünte und gedeiht, erblickte ich zu meiner rechten nur schroffe Felsformationen und Sand. Schließlich überquerte ich den River in der Nähe des Topock Bay und des Havasu National Wildlife Refuge. Auch das Ortsschild der Stadt „Catfish Paradise“ amüsierte mich. Weiter entlang einer großen Seenlandschaft, welche ich inmitten der Wüste nicht erwartet hätte.

Der Goose Lake, Willow Lake, Lost Lake und Beal Lake lagen nun zu meiner Rechten. Im Pirate Cove Resort legte ich eine kurze Pause für einen Spaziergang ein. Durch die netten Sonnenschirmchen ließ es sich auf diesem Rastplatz direkt neben dem Colorado River sehr gut aushalten. Wieder im Wohnmobil fuhr ich weiter in die Stadtmitte von Needles und parkte in der Nähe des Jack Smith Memorial Park. Als Begrüßung stand in einem großen Kreisverkehr ein riesiger Kutschenanhänger mit einer Aufschrift. Auf der Suche nach etwas Essbarem, kam ich an der wunderschönen Saint Ann’s Catholic Church vorbei. Diese Kirche wirkte sehr modern und schien bei den Einwohnern sehr beliebt zu sein. Ich entschied mich für das Munchy’s Mexican Restaurant. Dieses befand sich in der Nähe der Needles Station und bot wirklich gute hausgemachte mexikanische Küche an. Die Aussicht reichte hier über den Bahnhof hinweg, bis zum Ed Parry Park.

Die 5.000 Einwohner große Stadt Needles war zwar wirklich schön anzusehen, doch viel mehr touristische Angebote gab es für Kurzzeittouristen nicht. Ich nahm die nördliche Ausfahrt der Stadt durchquerte etliche Valleys, wie zum Beispiel das Arizona Valley oder auch das Mohave Valley. Die Straße ging schnurgerade nach Bullhead City. Da ich mein nächstes Ziel die Stadt Oatman war, bog ich am Mesquite Creek nach Richtung Osten ab. Die Wüstenlandschaft nahm zu und mit ihr auch die Berge und Felsformationen. Da es sich bei Oatman um eine historisch sehr interessante Goldgräberstadt handelt, war dies ein Pflichtstopp. Obwohl ich viele Motorhomes in der Stadt sah, verfügte diese über keinen Campground.

Etwas enttäuscht, musste ich also früher oder später die Weiterfahrt antreten. Von so genannten RV Parks gab es in Arizona schließlich mehr als genug. Übrigens lag die Stadt entlang einer berühmten Straße, der Mother Road Route 66. Ich stieg aus meinem Wohnmobil und fühlte mich wie im wilden Westen. Endlich, den dieses Gefühl erwartet man sich schließlich auch von Arizona. Viele Esel waren hier in den Gassen unterwegs und auf der Mainstreet versuchten sich gerade zwei Cowboys über den Haufen zu schießen. Während ich das Spektakel beobachtete, warf ich ein paar Dollar in den aufgestellten Hut und schlenderte danach weiter zum Gold Rush Candy Shop.

Früh morgens, vor allen anderen am Campingplatz, war ich bereits wach und wartete in meinem Campingstuhl auf den Sonnenaufgang. (#05)

Früh morgens, vor allen anderen am Campingplatz, war ich bereits wach und wartete in meinem Campingstuhl auf den Sonnenaufgang. (#05)

Hier deckte ich mich mit seltsamen Süßigkeiten ein, es handelte sich vermutlich um Lakritze. Die Läden entlang der Mainstreet hatten es wirklich in sich. Mit Namen wie Classy Ass, Jackass Junction oder Saving Your Ass, versuchten die Modegeschäfte anscheinend Aufmerksamkeit zu wecken. In den Laden Yellow Hammer’s Place warf ich sogar einen kurzen Blick, da hier Indianerschmuck angepriesen wurde. Mein wahres Ziel waren aber die Gold Road Mines, die ertragreichsten Minen in den Black Mountains.

Ich buchte eine kleine Rundführung durch die Mine, welche zwar einen sehr informativen Vortrag enthielt, dafür aber nur wenige original Requisiten enthielt. Diese Mine wurde zu Beginn des zweiten Weltkrieges geschlossen, da Metalle wie Eisen wichtiger benötigt wurden. Da es erst später Vormittag war, besuchte ich auch noch das Museum The Glory Hole. Dieses befand sich wirklich in einem originalgetreuen Saloon aus dem wilden Westen. Dieses Museum war eindeutig für Tourismus ausgelegt und so hielten sich die historischen Fakten in Grenzen. Es wurde viel mehr versucht ein paar Souvenirs zu verkaufen. Dennoch erfuhr ich etliche Details über das Goldgräberleben und als ich wieder aus dem Gebäude heraus trat, dämmerte es bereits.

Der nächstgelegene RV Park lag in Richtung Kingman, meinem nächsten Ziel, direkt am Fuße der Black Mountains. Der Black Mountain RV Park lag sehr abgeschieden von der Zivilisation und konnte teilweise nur über Schotterstraßen erreicht werden. Wenigstens stand mir so eine ruhige Nacht bevor, vorausgesetzt die anderen Nachbaren in ihren Motorhomes spielten mit. Als ich ausstieg empfing mich angenehme Totenstille. Ich ernährte mich diesen Abend ausnahmsweise aus meinen Kühlschrank und genoss die frische Kalte Nachtluft.

Den Westen Arizonas mit dem Motorrad erkunden, ein tolles Erlebniss (#06)

Den Westen Arizonas mit dem Motorrad erkunden, ein tolles Erlebniss (#06)

Ab nach Kingman und Tusayan

Früh morgens, vor allen anderen am Campingplatz, war ich bereits wach und wartete in meinem Campingstuhl auf den Sonnenaufgang. Dieser war wahrlich fantastisch. Einfach einzigartig, wie dieser rote Feuerball die kahle Landschaft und Felsformationen in sich aufnahm und ein blutrot tauchte. Nach diesem Spektakel versuchte ich ein Frühstück aufzutreiben, da mein Kühlschrank nichts mehr bot. Richard, der Inhaber des Parks lud mich auf eine Kleinigkeit ein. Auch seine Familie war äußerst zuvorkommen. Der Park war sehr gepflegt, sauber und die Einrichtung wie neu. Ich erfuhr, dass diese Gegend zum Golden Valley gehörte. Man versicherte mir, dass ein Besuch des Valley unbedingt von Nöten sei, doch leider lag dieses nicht auf meiner Route. Da ich heute noch einen weiten Weg vor mir hatte, war auch ein Umweg nicht möglich. Erst bei Tageslicht fiel mir auf, dass die Straße an einer Pipeline entlangführte.

Die Wüste erstreckte sich soweit das Auge reicht. An Straßen mangelte es hier aber wirklich nicht, denn diese unterteilten die Landschaft in große Rechtecke. Doch schon bald verschlechterte sich eine Laune. Ich hatte auf der steinigen Straße doch tatsächlich ein Schlagloch übersehen und war für aufgesessen. Eine kurze Inspektion und ich sah, dass der Staubfänger abgerissen war. Ich konnte nur hoffen, meine Kaution wieder zu bekommen und machte mich weiter auf den Weg Richtung Kingman.

Bevor ich jedoch diese Stadt erreichte, musste ich über den Sitgreaves Pass. Die Aussicht war fantastisch und umso mehr freute ich mich auf ein richtiges Highlight dieser Tour, dem Arizona Route 66 Museum. Für nur vier Dollar Eintritt, erfuhr man hier viel Historisches über diese Straße und konnte unzählige Bilder bewundern. Im Walmart Supercenter, dem größten Supermarkt den ich je gesehen habe, deckte ich mich mit neuen Vorräten ein. Ein kurzer Besuch im Kingman Visitor Center zeigte, dass diese wunderschöne Stadt noch so viel zu bieten hätte. Liebend gern hätte ich mir noch die Alpakas im Alpaca of the Southwest Reservoir angesehen. An der historischen Tankstelle, der Cool Springs Station, dürfte ich gestern Nacht überhaupt vorbeigefahren sein. Mit insgesamt acht RV Parks, gab es in der Stadt mehr als genug Platz für Motorhomes.

Auf der Hälfte der Strecke, zwischen Kingman und Tusayan, befand sich das Valley Seligman auf der Historic Route 66. Hier wimmelte es nur so von Touristen und auch vor Nostalgie. Bevor der Interstate Highway 40 gebaut wurde, kamen hier tausende Durchreisende täglich vorbei. Nun Seligman ein historischer Touristenmagnet mit kleinen Souvenierläden und traditionell gestalteten Restaurants. Damit ich behaupten konnte, einmal direkt an der Route 66 gespeist zu haben, aß ich im Delgadillos Snow Cap zu Mittag ein riesiger Burger und dazu ein kaltes Budweiser, richtig amerikanisch. Die Interstate führte mich weiter durch den Kaibab National Forest und von dort auf die weniger bekannte Route 64 nach Tusayan. Als Vorgeschmack für den nächsten Tag, beschloss ich das IMAX-Kino in Tusayan zu besuchen. Eine großartige Dokumentation über den Grand Canyon flimmerte über die gigantische Leinwand. Sogar eine Vorstellung in deutscher Sprache wurde angeboten.
Als Übernachtungsstätte wählte ich den Mather Campground. Dieser lag außerhalb der Stadt, direkt im Grand Canyon National Park. Die Bäume wuchsen hier etwas dichter und höher und boten sich so als Schattenspender an. Die Motorhomes standen hier in Reih und Glied. Wie ein kleines Kind freute ich mich auf den nächsten Tag und die damit verbundene Besichtigung des Grand Canyon!

Wie gewaltig doch die Natur und wie klein der Mensch ist. (#07)

Wie gewaltig doch die Natur und wie klein der Mensch ist. (#07)

Der letzte Tag

Obwohl ich vor Vorfreude während des Frühstücks nicht still auf meinem Stuhl sitzen konnte, blickte ich doch bereits wehmütig auf meinen Urlaub zurück. Ein Shuttlebus brachte mich direkt vom Campingplatz zum Visitor Center des Grand Canyons. Anschließend eine kleine Rundfahrt mit der Rim Trail. Doch den Rest des heutigen Tages wollte ich zu Fuß bestreiten. Eine Rundwanderung zu den klassischsten Aussichtspunkten wie dem Mather Point und dem Yavapai Point war geplant. Als ich schließlich direkt vor der Schlucht des Grand Canyons und den riesigen Wasserfällen stand, hielt ich die Luft an. Ehrfürchtig blickte ich über die Landschaft und konnte mich an diesem Anblick einfach nicht satt sehen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:Harry Beugelink-Fotolia -#01:  estivillml-#02: EuToch -#03: angloma -#04: Waldteufel -#05: rasilja  -#06: Michael Urmann -#07:   thierrykali

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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