Eine Reise durch Nevada und Arizona

Nachdem mich bereits einige Reisen in den US-amerikanischen Bundesstaat Arizona geführt haben, wollte ich mich dieses Mal im benachbarten Nevada umsehen. Genauer gesagt vor allem in der glitzernden und funkelnden Stadt Las Vegas. Diese Stadt wirkt schon am Tag bezaubern doch ihren kompletten Glanz entfaltet sie erst in den Abend- und Nachstunden.

Um aber nicht einfach nur eine Städtetour zu machen und vielleicht in die Versuchung der zahlreichen Glücksspiele zu kommen, wollte ich auch die raue Natur von Arizona sehen. Ganz nach dem Motto, der Sonne entgegen. Die Grenze zu Arizona befindet sich schließlich nur eine Fahrstunde von der größten Stadt der Rekorde, Las Vegas, entfernt.

Nachdem mich bereits einige Reisen in den US-amerikanischen Bundesstaat Arizona geführt haben, wollte ich mich dieses Mal im benachbarten Nevada umsehen. (#05)

Nachdem mich bereits einige Reisen in den US-amerikanischen Bundesstaat Arizona geführt haben, wollte ich mich dieses Mal im benachbarten Nevada umsehen. (#05)

Eine kurze Übersicht der Route:

Die weitere Route durch Arizona enthält die wunderschöne Landschaft des Black und Grand Canyons, deren steilen Felswände, Steppe und Sand das Gefühl von Indianer und Cowboy Filmen vermitteln.  Auch die Historic Route 66 und die Mother Road 66 sind in dieser kleinen Rundfahrt enthalten.

Von Las Vegas durch Arizona – Streckenlänge: 610km (380miles) – Dauer: 4-7 Tage
Start: Ziel: Strecke: Fahrzeit:
Las Vegas Hoover Staudamm 65km (40miles) 1 Stunde
Hoover Staudamm Willow Beach Marina 40km (25miles) ½ Stunde
Willow Beach Marina Grand Canyon Skywalk 145km (90miles) 2 Stunden
Grand Canyon Skywalk Hackberry 130km (80miles) 3 1/2 Stunde
Hackberry Kingmann 50km (30miles) 1 Stunde
Kingmann Las Vegas 180km (110miles) 2 Stunden

 

Da der Flughafen von Las Vegas so gut wie von allen Fluglinien sehr häufig angeflogen wird, ist der Flug selbst halbwegs leistbar. Ich wollte im Januar anreisen und buchte mehr als ein halbes Jahr im Vorhinein. Knapp 700 Euro musste ich berappen. Doch dies lohnte sich bereits als ich am McCarran International Airport von Las Vegas ankam. An diesem bezaubernden Flughafen kommen pro Jahr mehr als 55 Millionen Fluggäste an. Besonders auffällig sind die zahlreichen einarmigen Banditen, welche in vielen Ecken des Flughafens entdeckt werden können. Das Glücksspiel empfängt Touristen also bereits nach dem Ausstieg am Flughafen. Der Flughafen kommt mir etwas überfüllt vor, doch alle Passagiere werden schnell durch die Sicherheitskontrolle abgefertigt. Als Behausung und Fahrgelegenheit hatte ich mich wieder für ein Wohnmobil entschieden. Diese Art zu Reisen hatte ich bereits auf dutzend anderen Reisen schätzen lieben gelernt.

Die nächste Möglichkeit einen Motorhome Rental zu besuchen lag nur zehn Minuten vom Flughafen entfernt. Da der Anbieter so gut wie in jedem amerikanischen Bundesstaat vertreten ist, konnte ich aus einer großen Auswahl an Motorhomes auswählen. Ich wählte ein relativ neues Modell nach aktuellem Stand der Technik. Eine geräumige Dusche, Satellitenfernsehen, Klimaanlage und ein angenehmes Bett zählen zur Pflichtausstattung. Als Stellplatz hatte ich den wieder nur wenige Minuten entfernten Campingplatz Thousand Trails Las Vegas RV Resort gewählt. Viele Palmen und Bäume zieren die Straßen Las Vegas. Der Campingplatz war gut gepflegt und punktete mit der Nähe zum Zentrum von Las Vegas.

Für diesen Abend wollte ich es zunächst ruhig angehen, da ich erschöpft von der Anreise war. Ein Taxi brachte mich in den Mittelpunkt der Casinos, gigantischen Hotelbauten und somit auch in blickende und funkelnde Reklametafeln. Mein Rundgang begann in der Fremont Street, dem altmodischen Teil von Las Vegas. Weit weg von Megaresorts, fand hier bereits vor über 100 Jahren das Geschäft mit Vergnügen und Glück statt. Mehrere Millionen LEDs blinkten mir entgegen und begleiteten mich vorbei an zahlreichen Casinos zu einem Restaurant, welches für Meeresfrüchte berühmt zu sein schien. Ich speiste hier vorzüglich und hörte während des Essens ein immer wiederkehrendes Grollen. Dieses konnte ich schnell ausfindig machen.

Der Vulkan vor dem Hotel Mirage spuckte alle 15 Minuten rot glänzende Lava bis zu 40 Meter hoch. Ein tolles Spektakel, welches hier den Touristen geboten wird. Anschließend machte ich mich dann weiter auf den Weg zum Bellagio Hotel. Ab 20 Uhr beginnt hier die kostenlose Show eines riesigen Springbrunnens. Wasser, Musik und Licht ist hier zu einer komplexen Choreografie zusammengeschnitten worden. Von hier aus wollte ich mich den zahlreichen Unterhaltungsshows von Las Vegas widmen. Hierfür führte es mich zum Colloseum des Caesars Palace. Ich hatte hier vorab Karten für ein Van Morrison Konzert gebucht. Nach diesem tollen Konzert wanderte ich noch etwas den Las Vegas Strip und den Boulevard hinab, genoss die Atmosphäre und den Glamour. Dennoch gefiel mir das Ambiente in Phönix, eine Stadt welche ich bei meiner letzten Reise besuchte, etwas besser, da diese nicht so aufdringlich wirkte. Danach freute ich mich bereits auf mein frisch überzogenes Bett und kehrte zu meinem Wohnmo zurück.

Mein Frühstück nahm ich im Camping Platz eigenen Breakfast Restaurant ein. Meine Fahrt ging zunächst durch Henderson. Auch diese Stadt ist riesig und verschmilzt mit Las Vegas. (#01)

Mein Frühstück nahm ich im Camping Platz eigenen Breakfast Restaurant ein. Meine Fahrt ging zunächst durch Henderson. Auch diese Stadt ist riesig und verschmilzt mit Las Vegas. (#01)

Der Hoover Staudamm

Mein Frühstück nahm ich im Camping Platz eigenen Breakfast Restaurant ein. Meine Fahrt ging zunächst durch Henderson. Auch diese Stadt ist riesig und verschmilzt mit Las Vegas. Schön langsam lies ich das dichte Verkehrsaufkommen hinter mir und begab mich in Richtung Wüste. Die Vegetation entlang der Straße nahm schnell ab, lediglich entlang der Flüsse und Seen erblickte ich noch etwas Grün.
Die Fahrtzeit zu meinem nächsten Ziel, dem Hoover Staudamm, betrug mit meinem Gefährt etwa eine Stunde. Schon bald erblickte ich den Lake Mead und fuhr vorbei am blauen Wasser des Las Vegas Bays. Als ich schließlich an der Hoover-Talsperre ankam, erlebte ich ein einzigartiges Farbenspiel durch die knallrote Sonne welche sich auf dem roten Felsen und dem azurblauen Wasser des Sees wiederspiegelte. Ich spazierte etwas auf der Staumauer herum. Infotafeln informierten mich, dass an dieser Stelle der Colorado River aufgestaut wird. 35 Milliarden Kubikmeter Wasser machen ihn zum größten Stausee der USA. Auch wenn es kaum zu glauben ist, litten die Bundesstaaten Arizona, Nevada und Kalifornien an Überschwemmungen. Diesen wurde durch den Staudamm vorhindert und auch eine Dürreperiode ist so leicht abwendbar.

Weiter ging es mit meinem Wohnmobil entlang des Colorado Rivers, oder das, was noch von diesem übrig war. Nach dem Staudamm konnte von einem Fluss keine Rede mehr sein. Noch keine Stunde unterwegs, entdeckte ich ein wahrhaft malerisches Plätzchen. Der Willow Beach Marina bat einen wunderschönen Ausblick und lud zum Baden ein. Bekannt war dieses Fleckchen auch für zahlreiche Fischarten wie Regenbogenforelle, Barsch und Karpfen. Viele kleine Fischerboote tummelten sich auf dem See. Als ich einen RV Campground entdecke, wollte ich mich zu den anderen Motorhomes stellen und meinen restlichen Nachmittag hier verbringen. Zwischen den Felsen war es leider zu kühl um Baden zu gehen. Obwohl es untertags angenehm warm war, breitete sich die Kälte mit Einbruch der Dunkelheit aus. Ich besuchte das große Lagerfeuer, welches von den Campingplatz Betreibern angefacht wurde und ließ den Abend gemütlich bei einem kühlen Glas Tucson ausklingen.

Der Grand Canyon Skywalk ist im Prinzip nichts Anderes als eine U-förmige Brücke aus Glas, welche in den Canyon hineinragt. Stolze 80 US-Dollar wird hier für den Eintritt verlangt. (#02)

Der Grand Canyon Skywalk ist im Prinzip nichts Anderes als eine U-förmige Brücke aus Glas, welche in den Canyon hineinragt. Stolze 80 US-Dollar wird hier für den Eintritt verlangt. (#02)

Der Grand Canyon Skywalk

Zum Glück hatte ich meinen Kühlschrank noch in Las Vegas mit Lebensmittel aufgefüllt. Das Restaurant am Willow Beach Marina war zwar gut, die Auswahl beim Frühstück allerdings etwas spärlich. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Decke in meinem Campingsessel und Blick über den Colorado River, wollte ich die Weiterfahrt zum Grand Canyon antreten. Es ging Richtung Mohavewüste. Als ich auf der 93 Landstraße unterwegs war, veränderte sich die Farbe der Landschaft. Während der Colorado River für etwas Grün sorgen konnte, gab es hier draußen nur noch Steine, Felsen und Sand. Die Straße wirkte, als hätte man diese mit einem Lineal gezogen. Vorbei an den Dolan Springs und der Mount Tipton Wilderness Area, einem Fleckchen unberührter Natur. Nach einer holprigen Fahrt von etwa zwei Stunden, steuerte ich bereits auf den Grand Canyon Skywalk zu. Die schroffen roten Felsformationen und der tiefe Abgrund, welcher sich vor mir auftat ließen mich wieder einmal staunen. Die bloße Natur konnte schon sehr beeindruckend sein.

Der Grand Canyon Skywalk ist im Prinzip nichts Anderes als eine U-förmige Brücke aus Glas, welche in den Canyon hineinragt. Stolze 80 US-Dollar an Eintritt muss man dafür berappen. Hier ist aber auch der Eintritt zu dem indianischen Land der Hualapai, einem Essen, Fotogelegenheiten und ein Shuttlebus zu mehreren Aussichtspunkten enthalten. Um den Skywalk betreten zu dürfen, erhält man zunächst Überzieher für seine Schuhe. Alle persönlichen Gegenstände wir Rucksack und Co müssen abgegeben werden. Dies gilt leider auch für Kameras oder Smartphones. Danach betrat ich den Glasboden des Skywalks, für schwache Nerven und Menschen mit Höhenangst würde ich von diesem Reiseziel abraten. Die Felsen direkt unter mir lagen zirka 200 Meter entfernt, den Colorado River konnte ich in über einen Kilometer Entfernung unter mir ausmachen.

Nach dem bereits bezahlten Mittagessen, wollte ich das Gebiet des indianischen Hualapai Stamm befahren. (#03)

Nach dem bereits bezahlten Mittagessen, wollte ich das Gebiet des indianischen Hualapai Stamm befahren. (#03)

Das indianische Gebiet Hualapai

Nach dem bereits bezahlten Mittagessen, wollte ich das Gebiet des indianischen Hualapai Stamm befahren. Zu Beginn der Buck and Doe Road stand ein kleines Häuschen mit Schranken. Darin saß dem Anschein nach ein in die Jahre gekommener Indianer der mich mürrisch musterte. Ein Blick auf mein Gefährt und er ließ mich passieren, gab mir aber mit auf den Weg , dass ich vorsichtig fahren und  gleich das Allrad zuschalten solle. Bereits nach ein paar hundert Metern verstand ich, was gemeint war. Die Buck and Doe Road war eine einzige Rumpelpiste. Sand und größere aber auch kleinere Steine bildeten hier den Untergrund.

Da ich es ja nicht eilig hatte, fuhr ich gemütlich weiter. Die Endreinigung würde vermutlich etwas mehr als erwartet Kosten. Zum Glück hatte ich ein Wohnmobil mit Allrad und Sperrdifferential gewählt, alles andere wäre fahrlässig gewesen. Die Fahrt bringt einen der Natur von Arizona etwas näher, nimmt aber einiges an Zeit in Anspruch. In Peach Springs näherte ich mich das erste Mal seit langer Zeit wieder der Zivilisation. Ich fuhr auf die Motherroad Route 66 auf, die wohl bekannteste Straße der Welt. Doch diese war mittlerweile einsam. Der Intersate 40 Highway ist einfach attraktiver um zu reisen. Nur noch Touristen tummeln sich auf der Route 66.

In Hackberry hielt ich am so genannten General Store. Dieses liebevoll gestaltete Geschäft bietet originelle und verrückte Kleinigkeiten der Route 66 zum Verkauf an. Alte Autos und Tankstellen Zapfsäulen versetzten einen in die glorreiche Zeit der Route 66 zurück.
Nachdem ich genügend Souveniers ersteigert hatte, fuhr ich weiter zum Kingman Mobile Park wo ich meine Nacht verbringen wollte.

In Hackberry hilt ich am so genannten General Store. Dieses liebevoll gestaltete Geschäft bietet originelle und verrückte Kleinigkeiten der Route 66 zum Verkauf an. (#04)

In Hackberry hilt ich am so genannten General Store. Dieses liebevoll gestaltete Geschäft bietet originelle und verrückte Kleinigkeiten der Route 66 zum Verkauf an. (#04)

Der Wilde Westen

Am nächsten Tag entschloss ich mich ein paar Dollar in eine Autowäsche zu investieren, um Sand und Schmutz von meinem Wohnmobil zu entfernen. Die gestrige Strecke hatte Spuren hinterlassen, das Weiß des Wohnmobils war kaum noch zu sehen. Nach der Wäsche aber glänzte mein Gefährt wieder und ich konnte in den Wilden Westen einreisen. Denn im nahegelegenen Städtchen Kingman, scheint der Wilde Westen noch gut erhalten zu sein. Kingman erblühte durch den damaligen Goldrausch zu einer großen Stadt und erhielt sogar eine Haltestelle an der Eisenbahnlinie. Die Mainstreet war mit original erhaltenen Saloons und anderen Gebäude gespickt.

Das Kingman Visitor Center verriet mir die tollsten Touristenattraktionen, wie das Arizona Route 66 Museum, die Desert Diamond Distillery und das Kingman Railroad Museum. Auch für Tierliebhaber wird etwas geboten. In den Gehegen von Alpacas of the Southwest, können Alpacas bewundert, gestreichelt und sogar gefüttert werden. Ich verbrachte den ganzen Tag in dieser bezaubernden Stadt und machte mich erst in den späten Abendstunden auf den Weg wieder zurück nach Las Vegas.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Aneese -#01: superjoseph -#02: Diego Grandi  -#03: Hayk_Shalunts-#04: Maks Ershov -#05:   NAS CREATIVES_

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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