Native Americans in Arizona entdecken

Und wieder zieht es mich in den Südwesten der USA, der wohl schönsten Wüstengegend auf diesem Kontinent. Arizona und dessen angrenzende Bundesstaaten halten für Touristen unzählige Attraktionen und Sehenswürdigkeiten bereit. Diese laden zur Rundfahrt und zur Besichtigung ein.

Wenn dann doch die Temperaturen über 40 Grad Celsius klettern sollten, stehen an jeder Ecke kühle Pools und klimatisierte Restaurants oder Bars bereit. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten, wollte ich mich aber auch etwas auf den alten kulturellen Pfaden der Native Americans bewegen. Um diese abgeschiedenen Gegenden zu erkunden, eignet sich natürlich perfekt ein Wohnmobil.

Eine kurze Übersicht der Route:

Von Phoenix bis zum Hopi Reservat – Streckenlänge: 1800km (1110miles) – Dauer: 7-14 Tage
Start: Ziel: Strecke: Fahrzeit:
Phoenix Scottsdale 20km (10miles) ¼ Stunde
Scottsdale Lake Havasu City 340km (210miles) 4 Stunden
Lake Havasu City Mojave National Preserve 260km (160miles) 3 Stunden
Mojave National Preserve Henderson 390km (240miles) 4 Stunden
Henderson Grand Canyon 200km (120miles) 2 ½ Stunden
Grand Canyon Flagstaff 350km (220miles) 4 Stunden
Flagstaff Hopi Reservat 220km (140miles) 2 Stunden

 

Und wieder zieht es mich in den Südwesten der USA, der wohl schönsten Wüstengegend auf diesem Kontinent. Arizona und dessen angrenzende Bundesstaaten halten für Touristen unzählige Attraktionen und Sehenswürdigkeiten bereit. (#01)

Und wieder zieht es mich in den Südwesten der USA, der wohl schönsten Wüstengegend auf diesem Kontinent. Arizona und dessen angrenzende Bundesstaaten halten für Touristen unzählige Attraktionen und Sehenswürdigkeiten bereit. (#01)

Von Phoenix bis zum Hopi Reservat – Streckenlänge: 1800km (1110miles) – Dauer: 7-14 Tage

Als Ausgangspunkt meiner Entdeckungstour, nahm ich die Hauptstadt Phoenix ins Visier. Die Flugverbindungen hierhin sind sehr gut und vor allem häufig. Auch viele Linienflüge führen direkt nach Phoenix . Beim Landeanflug konnte ich bereits den Salt River ausmachen. Mein Reiseführer verriet mir, dass dieser die Grenze des Apache- und San Carlos-Indianerreservats bildet. Am Phoenix Sky Harbor angekommen, führte mein Weg direkt zu einem Motorhome Rental, um mir einen fahrbaren und gleichzeitig bewohnbaren Untersatz zu besorgen. Da ich die wunderschöne Stadt Phoenix mit dem einzigartigen Desert Botanical Garden und dem künstlerisch gestalteten und interessanten Musical Instrument Museum bereits kannte, zog es mich sogleich in einen Vorort von Phoenix. Scottsdale grenzt unmittelbar an die Hauptstadt und wurde nicht umsonst zur lebenswertesten Stadt der USA gewählt.

Ich ließ mein Wohnmobil auf der Scottsdale RV Ranch zurück und verbrachte gleich den Nachmittag mit der Besichtigung der Stadt . Zu Fuß machte ich mich zunächst auf in die Old Town von Scottsdale. Moderne Neubauten mit beleuchteten Palmen mischen sich mit originalen Fassaden aus dem wilden Westen. Viele kleine Schmuckgeschäfte und Geschenkläden laden zum Shoppen ein. Von kitschigen Souvenirs bis hin zu gehobenen Luxusartikel ist hier alles vertreten.

Mein nächster Stopp war das Western Spirit Museum. Dieses beeindruckt äußerlich mit seiner modernen Architektur und innen mit vielen Details über die Westernzeit und kulturelles Wissen über Scottsdale. Mit hungrigem Magen schleppte ich mich bis zum Scottsdale Fashion Square. Einer riesigen amerikanischen Einkaufsmall. Im Charleys Philly Steak House versorgte ich meinen Magen und fuhr anschließend mit dem Taxi zurück zu meinem Wohnmobil.

Der Tag begann früh. Dies war bei den Temperaturen welche um die Mittagszeit herrschten auch absolut notwendig. Nach einem kleinen Frühstück wollte ich noch den Stillman Railroad Park besuchen, bevor ich nach Lake Havasu City aufbrach.(#02)

Der Tag begann früh. Dies war bei den Temperaturen welche um die Mittagszeit herrschten auch absolut notwendig. Nach einem kleinen Frühstück wollte ich noch den Stillman Railroad Park besuchen, bevor ich nach Lake Havasu City aufbrach.(#02)

Ab nach Lake Havasu City

Der Tag begann früh. Dies war bei den Temperaturen welche um die Mittagszeit herrschten auch absolut notwendig. Nach einem kleinen Frühstück wollte ich noch den Stillman Railroad Park besuchen, bevor ich nach Lake Havasu City aufbrach. Dies, ist eines der beliebtesten Touristenziele und ein Muss für alle Zug-Fans. Züge, Lokomotiven und Waggons waren hier in allen Ausführungen und Altersklassen zu sehen. Eine historische Dampflock, eine kleine E-Lok zum Mitfahren und unzählige Modelleisenbahnen wurden hier ausgestellt. Vor allem die Modelleisenbahnen wurden mit viel Liebe zum Detail päsentiert. Ein Autokino oder ein Zirkus in Miniaturform inmitten von kleinen Schienen hauchte dem Ausstellungsraum Leben ein.

Als ich mich satt gesehen hatte und endlich losreißen konnte, schwang ich mich in mein Wohnmobil und trat die gut vier Stunden lange Weiterfahrt an. Der Highway Nummer 10 führte mich an Phoenix vorbei und schickte mich danach Wort wörtlich in die Wüste. Sand, schroffer Fels, ein paar vertrocknete Sträucher und Kakteen zierten meinen Weg. Schließlich traf ich auf den Colorado River. Diesem musste ich nur weiter folgen, um nach Lake Havasu City zu kommen. Die Stadt selbst besuchte ich allerdings nur um mein Wohnmobil mit Lebensmitteln voll zu packen. Als Übernachtungsmöglichkeit, hatte ich den Three Dunes Campground gewählt.

Dieser war perfekt für etwas Entspannung und Abkühlung. Der Campingplatz liegt abseits der Stadt direkt an einer breiten Stelle des Colorado Rivers. Nach einer Runde im kühlen Nass, ging ich früh ins Bett. Denn morgen wollte ich in die Weiten der Mojave-Wüste eintauchen.

Die Landschaft bestand nur noch aus rot und grau Tönen, Tiere und Pflanzen konnte ich hier nur selten sehen. (#03)

Die Landschaft bestand nur noch aus rot und grau Tönen, Tiere und Pflanzen konnte ich hier nur selten sehen. (#03)

Tal des Todes

Frühmorgens, noch vor Sonnenaufgang, packte ich meine Sachen und fuhr los. Als ich die Stadt Lake Havasu City passierte, tauchte der Sonnenaufgang den Lake Havuso in ein glänzend-funkelndes Feuerrot. Ein fantastischer Anblick, welcher einem den Atem rauben konnte. Ein schnurgerader und leergefegter Highway führte mich zunächst nach Needles von dort weiter in das Mojave National Preserve. Über den Anblick war ich etwas überrascht. Denn während die Mojave-Wüste sehr kahl war, wuchsen dort kleine bunte Blumen entlang der Straße. Sanddünen und riesige Felsformationen ragten aus der Landschaft empor. Schnell stellte ich fest, dass mein Wohnmobil trotz Allradantrieb wegen des Gewichts an seine Grenzen kommen würde. Ich hielt mich deshalb an die gut befahrbaren und breiten Schotterstraßen auf welcher ich den Kern der Mojave-Wüste umfuhr. Benehmen ist auch hier angesagt, schließlich wimmelt es hier von Park Rangern. Wer sich leise verhält und einen Fernstecher im Gepäck mitbringt, kann hier zahlreiche scheue Tiere wie Coyoten, wilde Schafe mit großen Hörnern und übergroße Eidechsen bewundern.

In der Nähe von der Stadt Baker kreuzte ich den Highway und fuhr weiter Richtung Death Valley National Park. Bei Baker hätte ich meine Route auch abkürzen können, allerdings wollte ich unbedingt das Tal des Todes sehen. Der National Park trägt seinen Namen nicht umsonst. Es handelt sich um den trockensten Bereich in den gesamten USA. Die 40 Grad Celsius Marke wird hier regelmäßig überschritten. Die Straßen glühten unter den Reifen meines Wohnmobils. Die Landschaft bestand nur noch aus rot und grau Tönen, Tiere und Pflanzen konnte ich hier nur selten sehen. Trotz der Abgeschiedenheit, waren die Straßen in bestem Zustand. Mein Weg führte mich vorbei an Badwater bis nach Furnance Creek.

Umso näher ich an die Siedlung der Timbisha Shoshone Indianer herankam, umso grüner wurde die Umgebung wieder. Furnace Creek ist außerdem für seine immergrünen Hotelanlagen bekannt. Doch mein Ziel war das Borax Museum of Furnance Creek. Das Museum war in einem Holzhaus mit Strohdach untergebracht. Bereits im freien konnte man alte Kutschen, Wasserpumpen und andere Geräte zur Landschaftsbewirtung ausmachen. Die Führung im Museum vermittelt einem auf besonders interessante Weise viel Wissenswertes über die Zeit im wilden Westen und auch über die einheimischen Ureinwohner. Den Temperaturhöhepunkt des Tages verbrachte ich in einem klimatisierten Restaurant, bis ich schließlich die Weiterfahrt zu meinem nächtlichen Stellplatz in Henderson antrat. Als ich am Stadtrand von Las Vegas entlang fuhr, dämmerte es bereits. Die beleuchtete Skyline bot ein spektakuläres Bild. Nach einem sehr langen und heißen Tag, erreichte ich schließlich den Campingplatz Lake Mead RV Village.

Nachdem ich den kompletten gestrigen Tag zum Entspannen am Lake Mead genutzt habe, geht es nun heute weiter in Richtung des beeindruckenden Canyons im Südwesten der USA. (#04)

Nachdem ich den kompletten gestrigen Tag zum Entspannen am Lake Mead genutzt habe, geht es nun heute weiter in Richtung des beeindruckenden Canyons im Südwesten der USA. (#04)

Grand Canyon

Nachdem ich den kompletten gestrigen Tag zum Entspannen am Lake Mead genutzt habe, geht es nun heute weiter in Richtung des beeindruckenden Canyons im Südwesten der USA.

Mit meinem Wohnmobil überquerte ich den äußerst sehenswerten Hoover Dam. Vorbei an der Mount Tipton Wilderness Area zum 450 Kilometer langen und bis zu 1.800 Meter tiefem Grand Canyon. Mein fahrendes Häuschen stellte ich im Meadview RV Park ab. Schließlich wollte ich den ganzen Tag hier verbringen. Um den Grand Canyon entdecken zu können, sollte auch genug Zeit mitgebracht werden. Die Schlucht an sich bietet einen atemberaubenden Anblick. Betritt man den Grany Canyon Skywalk, wird dieses Gefühl nochmals verschärft. Eine Wanderung entlang der tiefen Schlucht und den scharfen Felsformationen gestalteten meine restliche Tagesbeschäftigung.

Bei dem Wupatki National Monument handelt es sich um eine historische Ruine aus rotem Sandstein. (#05)

Bei dem Wupatki National Monument handelt es sich um eine historische Ruine aus rotem Sandstein. (#05)

Der Wilde Westen und die Hopi Indianer

Bevor ich mich in die Reservate der Indianer vorwagte, wollte ich noch etwas aus der Zeit des wilden Westen und der guten alten Route 66 mitnehmen. Auf meinem Weg nach Flagstaff, hielt ich deswegen in Kingman. Dort besuchte ich das Arizona Route 66 Museum. Ein kurzer Spaziergang durch diese kleine Stadt im Mohave County und schon fühlte ich mich in der Zeit zurück versetzt. Bevor ich die Weiterfahrt antrat, war noch ein kurzer Besuch im Kingman Railroad Museum fällig. Die schnurgerade Straße nach Flagstaff führte mich durch immer dichter werdende Vegetation. Die Wüste verschwand und Grasflächen und Wälder taten sich vor mir auf.

Bevor ich mein Nachtlager am J&H RV Park am Rande von Flagstaff aufschlagen wollte, musste ich noch unbedingt das Wupatki National Monument besichtigt haben. Dieses befindet sich etwas außerhalb von Flagstaff und ist für alle interessant, die Indianer und ältere Kulturen nicht nur aus Holywood-Filmen kennen wollen. Bei dem Wupatki National Monument handelt es sich um eine historische Ruine aus rotem Sandstein. Obwohl ich ziemlich müde war, verbrachte ich einen Teil der Nacht im Lowell Observatory. Hier stehen den Besuchern drei Teleskope zur Verfügung, um weit entfernte Planeten und Sterne zu beobachten.

Am nächsten Tag unternahm ich von Flagstaff aus einen Ausflug in die Hopi-Indianer-Kultur. Hierzu fuhr ich zirka zwei Stunden in das Hopi-Reservat hinein. Als ich die Straße auf die terrassierten Anhöhen hinauf fuhr, konnte ich schon bald die typischen Behausungen aus Lehmziegel der Hopi Indianer ausmachen. Einen Halt plante ich in der kleinen Stadt Tuba City, da hier das Explore Navajo Interactive Museum stand. Die Führung durch das kleine Museum strapazierte mein Gehirn, denn so viele Informationen über Kultur, Leben und vergangene Zeiten der Hopi-Indianer hatte ich nicht erwartet.

Anschließend nahm ich mir einen Guide, welcher mich durch das Hopi-Reservat, deren Land und zu den indianischen Künstlern begleiten sollte. Diese private Führung war zwar nicht gerade günstig, doch nur so konnte ich näher als alle anderen an das indianische Leben heran kommen. Das Highlight dieser Tour war die Aufführung eines traditionellen Tanzes, den Hoop Dance. Der Tanz fand mitten in der Natur auf einer Erhöhung statt. Die bunte Landschaft mit steilen Felswänden sorgte für einen stimmungsreichen Hintergrund. Trommelmusik untermalte die Show.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Globe Guide Media Inc -#01:  MNStudio -#02: Hank Shiffman -#03: Julien Hautcoeur -#04: Wisanu Boonrawd -#05:  David B. Petersen

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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