Routenplaner mit LKW Maut: Nur gewerbliche Anbieter?

Um ausrechnen zu können, welche Kosten eine LKW-Tour mit sich bringt, werden schon länger spezielle Routenplaner eingesetzt. Hier kann eingegeben werden, welche Strecke befahren werden soll, welche Last geladen ist und welche Schadstoffklasse das Fahrzeug hat. Ein wichtiges Thema ist dabei jedoch auch die Maut.

Ein Routenplaner mit LKW Maut Rechner ist ein praktischer Helfer, um schnell und effizient ans Ziel zu kommen. Allerdings finden sich vor allem gewerbliche Anbieter am Markt.

Der Routenplaner mit LKW Maut als Geschäftsidee

Jeden Tag gehen zahlreiche LKW auf die Straße und bringen ihre Waren zum gewünschten Ziel. Hinter diesen Fahrten steht eine effiziente Planung, bei der auch die Kalkulation der Kosten eine wichtige Rolle spielt. Wenn ein LKW eine Tour macht, fallen dabei nicht nur Kosten für Benzin, Verschleiß und auch für den Fahrer an. Zusätzlich dazu muss auf vielen Strecken eine Maut gezahlt werden. Diese Kosten fließen mit in das Angebot bei einer Anfrage ein. Dafür ist es jedoch notwendig, die Maut möglichst genau berechnen zu können. Es gibt verschiedene Routenplaner mit LKW Maut, die gegen eine Gebühr genutzt werden können. Die Routenplanung erfolgt hier effektiv und schnell. Allerdings sind die zusätzlichen Kosten ein weiterer Faktor für das Unternehmen.

Gerade weil der Bedarf bei der Routenplanung mit Berechnung der Maut in Deutschland und Europa groß ist, werden die Planer gegen Gebühr angeboten. Es handelt sich hierbei um ein erfolgreiches Geschäftsmodell.

Wer sparen möchte, der kann jedoch auch andere Wege gehen, um die Maut zu berechnen:

  1. Google Maps als Anlaufstelle
    Um die Maut über Google Maps kostenfrei zu berechnen, braucht es ein klein wenig Rechengeschick. Es handelt sich hierbei nicht um einen klassischen Routenplaner mit LKW Maut, sondern um ein offenes System. Damit ein möglichst genaues Ergebnis erzielt werden kann, wird als Startpunkt die gewünschte Auffahrt der Autobahn angegeben. Der Endpunkt der Route ist dann die Abfahrt, an der das Fahrzeug die Autobahn verlässt. Nun gibt es als Ergebnis eine Kilometeranzahl. Diese wird mit dem Mautsatz multipliziert. So können die Kosten für die Strecke ohne einen Routenplaner mit LKW Maut berechnet werden. Gleichzeitig ist ein Blick auf den aktuellen Verkehr auf der Strecke möglich. Da ist vor allem dann hilfreich, wenn die Tour direkt starten soll.
  2. Mautterminal nutzen
    Die Nutzung von einem Mautterminal macht nur dann Sinn, wenn nicht täglich mehrere Routen berechnet werden müssen. Mautstellen finden sich nahe der Grenzen und der Autobahnauffahrten. Hier gibt es in der Regel einen Mautterminal. Auch Tankstellen weisen teilweise die Terminals auf. An dem Terminal kann nachgesehen werden, welche Kosten an Maut für die genannte Strecke anfallen.
Wie hoch die Maut in Deutschland ist, hängt nicht nur von der Strecke ab. Auch die Achszahl sowie die Schadstoffklasse vom LKW und die Gesamtstrecke, die gefahren wird, spielen mit in die Berechnung hinein.

Wie hoch die Maut in Deutschland ist, hängt nicht nur von der Strecke ab. Auch die Achszahl sowie die Schadstoffklasse vom LKW und die Gesamtstrecke, die gefahren wird, spielen mit in die Berechnung hinein.(#01)

Routenplaner mit LKW Maut mit Anmeldung

Neben der Geschäftsidee, einen Routenplaner mit LKW Maut gegen Geld anzubieten, damit die Kosten für eine Strecke berechnet werden können, gibt es auch andere Systeme. So haben sich einige Anbieter gefunden, bei denen eine Anmeldung notwendig wird, wie der DKV-Euroservice beispielsweise. Wer mehr über die Maut in Deutschland und Europa erfahren möchte, der muss sich anmelden. Das heißt, es werden Daten angegeben, die ein Unternehmen, ein Unternehmer oder auch eine Privatperson an den Anbieter weitergeben muss.

Bei diesen Angeboten sollte darauf geachtet werden, dass es sich nicht nur um ein Probe-Angebot handelt. So bieten einige Unternehmen einen kostenfreien Zugang für einen begrenzten Zeitraum an. Dieser Zeitraum kann eine oder auch zwei Wochen betragen. Wer sich dann nicht abmeldet oder das Abo nicht kündigt, der gelangt möglicherweise in einen kostenpflichtigen Kreislauf mit Kündigungsfristen. Dies ist den AGB der Betreiber zu entnehmen.

Wichtig zu wissen:

Wie hoch die Maut in Deutschland ist, hängt nicht nur von der Strecke ab. Auch die Achszahl sowie die Schadstoffklasse vom LKW und die Gesamtstrecke, die gefahren wird, spielen mit in die Berechnung hinein.

Video: Cargo Apps | Interaktive Karte

IMPARGO als Anbieter für kostenfreie Apps

Einer der Anbieter, der einen kostenfreien Routenplaner mit LKW Maut zur Verfügung stellt, ist IMPARGO. Es handelt sich bei dem Anbieter um ein noch recht junges Unternehmen, das über digitale Web-Anwendungen arbeitet. Diese werden für Spediteure und für Frachtführer zur Verfügung gestellt. Ziel der Anwendungen ist es, die Transparenz und auch die Effizienz einer Kostenplanung zu erhöhen und so Zeit zu sparen.

Die Apps sind so konzipiert, dass hier nicht nur eine Mautkalkulation möglich ist. Auch die Fahrzeugkostenrechnung kann hier durchgeführt werden. Das Programm enthält einen Routenplaner, der durch eine interaktive Karte ergänzt wird. Zudem gibt es eine Mautprognose für Deutschland, Belgien und auch Italien sowie Österreich. Vermerkt sind Sondermauten, die anfallen können, wenn die Strecke über eine Brücke oder durch einen Tunnel führt.

Wissenswertes über die Maut-Tarife

Beim Einsatz von einem Routenplaner mit LKW Maut kommen die Maut-Tarife als Basis zum Einsatz. Sie sind vermerkt im Bundesfernstraßenmautgesetz. Wie hoch die Maut ist, basiert auf der Strecke, die durch das Fahrzeug zurückgelegt wird sowie die Schadstoffklasse und die Achsen der LKW. Der Mautsatz wird pro Kilometer abgerechnet. Er vereint Kosten für die Infrastruktur sowie für die Luftverschmutzung, die bei der Nutzung der Route durch das Fahrzeug entsteht. Die Fahrzeuge werden daher in Schadstoffklassen unterteilt.

Dabei gibt es verschiedene Kategorien:

Kategorie Schadstoffklasse
A Euro 6
B Euro 5
C Euro 4, Euro 3+
D Euro 3, Euro 2+
E Euro 2
F Euro 1, Euro 0

Für die Berechnung der Kosten kann also geschaut werden, welcher Schadstoffklasse und Kategorie der LKW zugeordnet wird. Ebenfalls wichtig ist die Achszahl. Hier wird unterschieden zwischen Fahrzeugen mit zwei, drei, vier oder mehr als fünf Achsen.

Der gesamte Mautsatz besteht also aus:

  • Mautsatz-Anteil für die Luftverschmutzung
  • Mautsatz-Anteil für die Infrastruktur

Der Anteil für die Infrastruktur ist in allen Schadstoffklassen gleich. Dieser wird angerechnet mit:

Anzahl der Achsen Anteil an den Kosten für die Infrastruktur
2 8,1 Cent
3 11,3 Cent
4 11,7 Cent
Ab 5 13,5 Cent

 

Um die Berechnung komplett durchführen zu können, muss der Anteil an den Kosten für die Luftverschmutzung ebenfalls bekannt sein. Hier gibt es Unterschiede in den Schadstoffklassen, nicht aber bei den Achsen:

Kategorie nach Schadstoffklasse Anteil an den Kosten für die Luftverschmutzung
A 0 Cent
B 2,1 Cent
C 3,2 Cent
D 6,3 Cent
E 7,3 Cent
F 8,3 Cent

 

Die Berechnung kann nun wie folgt zusammengefügt werden:

Ein LKW, der zur Schadstoffklasse B gehört, hat drei Achsen. Durch seine Zugehörigkeit zur Schadstoffklasse fallen pro Kilometer 2,1 Cent an Kosten für die Luftverschmutzung an. Dazu kommen Kosten für die Infrastruktur. Da der LKW drei Achsen hat, liegen die Kosten bei 11,3 Cent. Jetzt werden 2,1 Cent und 11,3 Cent addiert. Für einen Kilometer auf einer mautpflichtigen Strecke fallen 13,4 Cent an. Der Routenplaner mit LKW Maut berechnet nun anhand der Strecke die zu erwartenden Gesamtkosten. Bei einer Strecke von 100 km liegen diese bei 13,40 Euro. In die Kalkulation für die Kosten in Bezug auf eine Lieferung werden die Mautgebühren mit einbezogen.

Video: LKW-Maut auf allen Bundesstraßen

Änderungen 2018 in Deutschland: Maut fällt auf Bundesstraßen an

Für das Transportgewerbe in Deutschland kam es im Jahr 2018 zu einer Veränderung. Die Maut für Autobahnen wurde in Deutschland vor über einem Jahrzehnt eingeführt. Seit Juli 2018 muss die Maut nun auch für Bundesstraßen entrichtet werden. In Deutschland waren bisher nicht alle Bundesstraßen mautfrei. Tatsächlich gab es ein Streckennetz an Bundesstraßen von einer Länge von mehr als 2.000 km, für die Gebühren gezahlt werden mussten. Mit dem Juli 2018 wurde dieses Netz nun auf 39.000 km erweitert. Damit ist das gesamte Netz an Bundesstraßen in Deutschland abgedeckt. Für den Bund bringt die Erhöhung mehr Einnahmen, für das Transportgewerbe bedeutet sie deutlich mehr Ausgaben.

Video: Wie viel Lkw-Maut muss ich bezahlen?/h2>

Erhöhung der Maut ab 2019: Neue Berechnungen mit dem Routenplaner mit LKW Maut

Ein Vorteil von einem modernen Routenplaner mit LKW Maut ist, dass dieser die angepassten Mautsätze kennt. So kommt es auch im Jahr 2019 wieder zu einer Erhöhung der Maut für LKW. So werden LKW mit mehr als fünf Achsen, die der Kategorie A angehören, statt 13,5 Cent pro Kilometer zukünftig 18,7 Cent pro Kilometer zahlen.

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie stark die Transportunternehmen belastet werden. So zahlt ein Unternehmen für eine 40-Tonnen-Kombination derzeit rund 20 Euro an Mautkosten, wenn das Fahrzeug 300 km zurücklegt und diese sich aus einer Kilometeranzahl von 150 km auf der Autobahn und zusätzlichen 100 km auf der Bundesstraße zusammensetzen. Mit den Anpassungen der Gebühren ab dem Jahr 2019 werden die Kosten bei einem Betrag von über 40 Euro liegen. Für das Unternehmen steigt die Belastung dann auf das Doppelte an.

Interessant: Ab 2019 ist es auch möglich, Lärmkosten aufzurufen. LKW, die der Kategorie A angehören und bisher keine Luftverschmutzungskosten verursacht haben, können jedoch mit Lärmkosten belegt werden.

Eine Umgehung der Maut ist nicht möglich, da der Bund scharfe Kontrollen durchführt.

Eine Umgehung der Maut ist nicht möglich, da der Bund scharfe Kontrollen durchführt.(#02)

Überwachung der Zahlung: Moderne Kontrollsäulen kommen zum Einsatz

Eine Umgehung der Maut ist nicht möglich, da der Bund scharfe Kontrollen durchführt. So gibt es beispielsweise mobile Kontrollen, die durch das Bundesamt durchgeführt werden. So gibt es 2018 rund 300 Transporter, die zur Kontrolle der Mautzahlungen an verschiedenen Standorten aktiv werden. Zusätzlich dazu wurden 300 Kontrollbrücken eingerichtet, die an den deutschen Autobahnen zu finden sind. Ergänzend dazu werden Kontrollsäulen aufgestellt. Diese haben eine Höhe von vier Metern und sind in Blau gehalten. Sie werden über das gesamte Bundesland verteilt aufgestellt. Es handelt sich bei diesem System um eine vollautomatische Kontrolle. Die Farbauswahl ist erfolgt, um die Kontrollsäulen von den Säulen für die Geschwindigkeitskontrolle unterscheiden zu können.

Fazit: Routenplaner mit LKW Maut ohne zusätzliche Kosten sind online noch zu finden

Auch wenn die Auswahl gering ist, so gibt es aktuell online verschiedene Möglichkeiten, Routenplaner mit LKW Maut ohne zusätzliche Kosten nutzen zu können. Bei der Nutzung sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es keine versteckten Kosten gibt und es sich um ein modernes System handelt, das sich mit Anpassung der Mautkosten ebenfalls aktualisiert.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Lisa S-#01: encierro _-#02: DarwelShots

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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